Der Tiergnadenhof


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Der Tiergnadenhof liegt hoch oben in den Bergen der Südvogesen in einer Höhe von 840 m.
Der Weg dorthin ist schlecht und steil und Mensch und Tier leben dort oben recht einsam.
So einsam, wie es nötig ist, wenn man Tierschutz macht.
Wie es dazu kam, dass ich in Frankreich gelandet bin, können Sie der Rubrik „Geschichte„ entnehmen.
Hier bei uns auf dem Gnadenhof leben eine Menge Tiere. Es sind die, die keiner mehr wollte. Die, die aussortiert wurden und oft dem Tod näher als dem Leben über irgendeinen Weg zu uns gefunden haben.

Von diesen, unseren Weggefährten, erzähle ich Ihnen unter der Rubrik : „Patenschaften„.

Für mich persönlich hat sich durch den Erwerb des Gnadenhofs ein Traum erfüllt,  den ich schon immer hatte. Denn Tierschutz bedeutet für mich, auch für diejenigen da zu sein, die in die Kategorie „ nicht vermittelbar „ gehören.

Es ist leider so, dass viele Tierschutzvereine nur die süßen, kleinen, wuscheligen Welpen vermitteln, die es massenhaft in südlichen Ländern gibt, ohne dabei an deren Mütter oder Artgenossen zu denken, die weiterhin vor Ort einer ungewissen Zukunft entgegensehen und schlimmstenfalls ein paar Monate später erneut, süße kleine, wuschelige Welpen produziert haben. Das hat in meinen Augen mit Tierschutz nicht das Geringste zu tun. Wenn man sich an den Welpen „ bedient „ sollte man auch einen Teil des Geldes, das durch die Vermittlung hereinkommt vor Ort investieren und dafür sorgen, dass Kastrationen und Impfaktionen möglich sind, um endlich dem Elend der Streunerhunde entgegenzuwirken. Alles andere ist Augenwischerei und hat mit Tierschutz nicht das Geringste zu tun.

Auch wir nehmen Welpen aus südlichen Ländern auf, um ihnen ein Leben in Liebe und Glück zu ermöglichen. Aber wir suchen nicht gezielt nur Welpen aus.

Und  wir sagen auch nicht nein, zu denjenigen die es schwer haben, einen Platz zu finden.

So gehören zu dem Bestand des Gnadenhofes sechs Leishmaniose-Patienten, eine dreibeinige Hündin, zwei Blinde und jede Menge scheue, alte, kranke und gebrechliche Tiere, die ihren letzten Lebensabschnitt vor ihrem Gang über die Regenbogenbrücke bei uns verbringen.

Jeder hat seine eigene Geschichte mitgebracht und manchmal sind die Wege seltsam und verschlungen gewesen, bis diese Tiere zu uns gefunden haben.

Zwangsläufig sind wir oft mit dem Tod konfrontiert und nicht selten fliessen bittere Tränen. Aber es ist mir ein Anliegen, das Sterben der Tiere, die am Rande unserer Gesellschaft als Abfallprodukte aussortiert wurden, zu begleiten und einen Tod in Würde zu ermöglichen.

Alle Tiere, die wir verlieren, werden auf einem extra abgeteilten Teil unseres Grundstücks beerdigt.