Sie wollen mehr über den Gnadenhof wissen?
Dann sollten Sie aber die ganze Geschichte lesen !
Der  Beginn:

Da es keine Möglichkeit für meinen 2. Ehemann Wilfried und mich gab, unsere Tierschutzarbeit in Deutschland in einem einigermaßen erschwinglichen Anwesen durchzuführen und es bei verschiedenen Standorten immer wieder zu Beschwerden aus der Nachbarschaft kam, blieb uns nichts anderes übrig, als im Jahr 2000 nach Frankreich überzusiedeln, um den „unvermittelbaren „ Tieren meines Vereines eine neue Lebenschance zu bieten. Der Anfang gestaltete sich sehr schwer, da es durch die mangelnde Anbindung an den alten Standort Karlsruhe selbstverständlich zu Spendenverlusten und auch zu Austritten von Vereinsmitgliedern kam. Dennoch verfolgten wir eisern unser Ziel, hier in den Vogesen , einen Lebensraum für Tiere zu schaffen, die niemand mehr haben will.

Als ich hier einzog, fühlte ich mich wie auf einem anderen Stern. Da ich die Stadt und die Nähe zu anderen Menschen gewohnt war, machten mir die einsame Lage der Ferme La Louviere und die fehlenden Kontakte schwer zu schaffen. Einst hatte ich in Karlsruhe über 10 Jahre lang eine gut florierende Tierheilpraktiker-Praxis betrieben, nun sah ich mich nur noch zwischen Tannen und meinen vierbeinigen Freunden, die ich ja liebte, die mir aber den menschlichen Kontakt nicht ersetzen konnten.

Auch die Höhenlage von über 8oo m war mir sehr suspekt, bedeutete diese doch viel Schnee im Winter und einen lange hinausgezögerten Frühling.

Aber, nun war ich hier mit meinen Tieren und es gab keinen Weg mehr zurück !!

                                                                Marion Noss mit Lili und Betty

Der erste Schlag kam, als ein großer Verein seine weitere Mithilfe verweigerte, auf die wir in der neuen Situation aber dringend angewiesen waren. Dennoch versuchten das Ganze so zu gestalten, dass es wenigstens den Tieren gut ging. Ich hatte schon lange Abstriche gemacht, was die modische Kleidung oder sonstige Luxusartikel anging. Gekleidet war man aus dem Altkleidersack ( der nicht immer schlecht bestückt war ) und wenn das Öl für die Heizung reichte, und es gemütlich warm war, dann reichte auch eine Suppe und man verzichtete gerne auf ein          4-Gänge-Menü. Die Tiere gaben uns durch ihre Liebe in jeglicher Form zurück,  was wir entbehrten  und ich muß sagen, dass es gerade die Alten sind, die schon an der Schwelle des Todes stehen, die einem dieses Gefühl des          “Gebrauchwerdens” geben und die uns mit ihrer Dankbarkeit rührten und rühren, da es zwischen Mensch und Tier zu einer so selbstverständlichen Verständigung kommt, dass man genau weiß, was gerade gebraucht wird. Wir konnten unseren Tieren , außer unsere Nähe, die sich auf 24 Stunden erstreckte (das ist bis heute so geblieben ) und das Futter sowie die notwendigen Medikamente nicht viel mehr bieten.

Alles sollte anders, schöner und moderner werden, so dass uns die Spenden großer Vereine sicher sein sollten.

Der nächste Schlag kam, als  ich mir im April 2002 beim Gassigehen das Bein brach und mit einem komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch über Monate nicht einsatzfähig war. In dieser schwierigen Zeit zog mein jüngster Sohn, Michael

Michael Kunle mit Lili

zu uns in die Vogesen, da mein Mann ja berufstätig war und die meiste Zeit ohnehin in Deutschland verbrachte.Wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen, und Wilfried – mein Mann – arbeitete wie ein Besessener , um die notwendigen Gelder für dringende Umbauarbeiten zu erwirtschaften.

Am 5. September 2002 verstarb mein Mann Wilfried an den Folgen einer Gehirnblutung innerhalb von 4 Stunden im Alter von 55 Jahren. Ich habe niemals daran geglaubt, dass ich mich von diesem Schicksalsschlag erholten könnte, aber wir – mein Sohn Michael, der seit meinem Beinbruch im April 2002 hier lebte und nach dem Tod meines Mannes geblieben ist  – und ich kämpfen weiter. Wenn wir auch manche Entbehrung auf uns nehmen müssen, den Tieren soll es an nichts mangeln. Gott sei Dank fanden wir einen Verein, der uns monatlich unterstützt (Bund Deutscher Tierfreunde) und auch sonst durften wir erfahren, dass uns unsere Mitglieder und Spender nicht im Stich lassen.

Ich will es so ausdrücken: Es reicht, aber es darf nichts Unvorhergesehenes kommen ! Wir sind weiterhin dringend auf Mitgliedsbeiträge oder Spenden angewiesen. Auch Sachspenden, wie Futter oder Bettwäsche, Handtücher ect. sind immer willkommen.

Einige unsere alten „ Hundedamen „ sind inzwischen inkontinent und wir verbrauchen massenweise Tücher und Decken für die Körbe und Betten der Hunde. Die Kapazität unserer Waschmaschine reicht nicht aus, um den täglichen Bedarf an frischer Wäsche zu decken.

Falls Sie drüber nachdenken sollten, was Sie uns spenden könnten , sage ich Ihnen ganz ehrlich:
Es gibt nichts, was wir nicht brauchen könnten !!!

Unsere Tiere:

Auf unserem Gnadenhof in den Südvogesen leben vor allen Dingen Tiere, die nicht mehr vermittelbar sind. Wir haben 38 Hunde, 8 Katzen,8 Pferde , 15 Schweine, Gänse Enten und auch Kühe.

Unter den nicht vermittelbaren Hunden sind drei erblindete Tiere sowie eine dreibeinige Hündin. Ebenso zählt eine Schar scheuer und den Menschen kaum zugänglicher Hunde zu unseren Bewohnern. Selbstverständlich haben wir aber auch jede Menge Omas und Opis, die bei uns noch einmal einen schönen Lebensabend haben dürfen. Gerade diese brauchen individuelle Betreuung und brauchen ihre verschiedenen Arzneien für die jeweiligen Zipperlein.

Ebenso zählen 4 Leishmaniose-Patienten zu unserer Truppe, die wir aus dem Tierheim El Moli in Spanien aufgenommen haben, als ihnen dort das Aus durch die Auflösung des Heimes drohte.

Daneben landen immer wieder Tiere bei uns, die verhaltensauffällig oder aggressiv sind und aus diesem Grund nicht die geringste Vermittlungschance hatten. So übernehmen wir – wenn Platz vorhanden ist – aus den Tierheimen Deutschlands Hunde, die von unserem Gefühl her, noch einmal „ hinzubiegen „ sind. So geschehen mit Bonny, einer kleinen Rehpinscherhündin, die in einem deutschen Tierheim landete und eingeschläfert werden sollte, weil sie sich völlig aggressiv und total daneben verhalten hat. Ihr Schicksal können Sie unter der Rubrik „Patentiere„ nach lesen.Alle unsere Tiere haben eine Geschichte und ein Schicksal, das sie in dieser Rubrik erfahren werden.

Das Zusammenleben:

Das Zusammenleben mit den Tieren gestaltet sich so, dass wir 22 Hunde direkt in unserer unmittelbaren Umgebung (einschl. unseren Betten ) betreuen, d.h. in unserem Wohnbereich. Dort werden auch Welpen geboren und erzogen, sofern uns das Schicksal wieder mal – wie im letzten Mai –eine trächtige Hündin vor die Türe setzt. Die Hunde, die direkt mit uns leben, müssen katzenverträglich sein, da zu unserem Haushalt inzwischen auch 8 Katzen gehören, die wir durch die Hundehaltung nicht brüskieren wollen.

Alle Hunde werden in verschiedenen Rudeln gehalten und wir gehen mit den Rudeln zweimal täglich Gassi. Außerdem dürfen alle Hunde, die nicht in unserem Wohnbereich leben, uns einmal am Tag in unserem Wohnbereich besuchen. (Dann werden die Katzen vorher eingesammelt). Die Rudel, die nicht direkt bei uns im Wohnzimmer sind , leben in angrenzenden Räumen, kein Hund wird draußen oder weit weg gehalten.

Noch sind unsere Ausläufe (3,5 Hektar Gelände) noch nicht ausbruchsicher, d.h. wir brauchen noch jede Menge Zaunmaterial, zu dem es aber in diesem Jahr nicht gereicht hat. Die Neugestaltung des Geländes hat zwar in unseren Köpfen schon stattgefunden, konnte aber leider noch nicht vollständig umgesetzt werden, da die finanziellen Mittel nicht reichten.

Den dringend erforderlichen  Neubau des Pferde – und Rinderunterstandes haben wir – trotz großer Bedenken – dieses Jahr in Angriff genommen. Wir hoffen und wünschen, dass uns die Abzahlung des Kredits, der hierzu aufgenommen werden musste, nicht allzu schwer fällt.

Leider entfallen durch die Tiervermittlung nur wenige Gelder für den Gnadenhof, da unsere Tiervermittlungsstelle in Karlsruhe wohl höhere Kosten als Aufwandsentschädigungen hat. Auch aus diesem Grund sind wir gezwungen, weitere Tierpaten, Mitglieder und Spender zu finden, die den Tieren auf dem Gnadenhof in den Vogesen ein Weiterleben garantieren und den  „Alten„ , die es in allen Sparten gibt (  Hunde, Katzen, Pferde, Schweine etc.) ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

Das Ziel:

Unser Ziel ist es, so vielen „ unvermittelbaren „ Tieren wie möglich, ob jung, ob alt, ob körperlich behindert oder mit Verhaltensauffälligkeiten, einen neuen Lebensraum zu bieten. Für diese Tiere wollen wir da sein, mit all unsrer Kraft und mit all der Liebe, die wir in uns spüren und die wir genau da weitergeben wollen, wo sie dringend gebraucht wird.: Bei den Kranken , den Verstoßenen und den Todgeweihten !!!

 
 
 

Malerarbeiten beendet

Die Trennwände stehen bereit

Fachmänner an der Arbeit

Gelände nach der Rodung aber vor den Aufräumarbeiten

 

Der Mann und sein Bagger

Die Terrassen sind bereits zu erkennen

Der Zaun hat fast gereicht. Oben und an den Seiten ist das Gelände bereits eingezäunt. Nur unten und die Unterteilungen konnten noch nicht eingezäunt werden - die Mittel für den Zaun fehlen

 

Mit einem kleinen Wunder auf unserem Spendenkonto wären die Hundeausläufe bald fertig gestellt. Außer dem Zaun werden dann noch Hundehütten gezimmert und die Mannschaft kann einziehen

 

Die “Mannschaft”......