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Berry - Ein tapferes Schnauzerherz hat aufgehört zu schlagen

Mein Berry mußte heute von den Auswirkungen einer Tumorerkrankung erlöst werden. Ich hatte ihn 15 Jahre lang.

Viele Bilder wurden durch sein Sterben in mir wach und ich bin sehr traurig.
Aber den Schmerz überwiegt die Dankbarkeit darüber, dass ich ihn durch sein Leben begleiten durfte.
Noch kann ich die Lücke nicht spüren, die er hinterlassen wird,  denn ich fühle seine Nähe immer noch und er ist für mich noch nicht wirklich weit weg.
Aber ich kann sie erahnen und weiß, dass der Schmerz , ihn verloren zu haben, mich den Rest meines Lebens begleiten wird.

Berry kam schon als Welpe zu mir – damals hatte ich noch keine Ahnung , dass ich irgendwann  später mein Leben ganz dem Tierschutz widmen würde.

Von Anfang an hatte Berry Hundegesellschaft. Zunächst nur seinen heißgeliebten Freund Deister, einen  wehrhaften Schäferhund, der ihn erzogen hat , später kamen Tossa und Sissy Blümchen sowie Mona, eine HD-kranke Langhaarschäferhündin dazu. Sie starb im Jahr 2000.
Nach Deisters Tod – er wurde leider nur 7 Jahre alt – sehnte sich Berry nach einem „ großen Bruder „, denn er war es gewohnt, mit einem Hundefreund durchs Leben zu gehen. Da zählten die weiblichen Genossinnen nicht so sehr.

So kam Sandor in unser Haus. Er war von seiner Familie nach dem Tod seines alten Frauchens einfach vergessen worden. Erst als man das Haus räumen wollte merkte man, dass da ja noch ein Hund im Zwinger saß ( das war 10 Tage später ).

Sandor starb im vorletzten Herbst – bis dahin hatte die Hundefreundschaft gehalten.
Seitdem hat Berry sich keinem Rüden mehr angeschlossen.

Berry hat mich in den letzten 15 Jahren  durch sämtliche Höhen und Tiefen meines Lebens - durch  mein Glück und mein Unglück begleitet. Oft hat er mich durch seine clownhafte, verspielte Art oft noch unter Tränen zum Lachen gebracht.

Als das Leben mir in einer Lebensphase ermöglichte in Urlaub zu fahren – war er jedes Mal mit dabei . Es war ihm völlig egal wo wir waren, Hauptsache er war bei mir.

Er zog dreimal mit mir um – und nicht immer brachte uns der Wechsel Verbesserung.

Er hat sich nie darum gekümmert, wo und wie wir lebten. Er hat mit mir im feudalen Einfamilienhaus genauso gerne gewohnt wie im Gartenhaus. Mal sind wir durch Laubwälder gewandert, mal waren es Tannen, wir lebten im Tal und auf den Höhen.

Unsere letzte gemeinsame Lebensstation war Frankreich.
Hier haben wir – Michael und ich - ihn nun beerdigt.

Es bleibt mir nichts anderes übrig als daran zu glauben, dass seine kleine Hundeseele nun unterwegs ist zu denen, die er einmal geliebt und vermisst hat und dass er von dort aus vielleicht eines Tages aufbricht um wieder neu geboren zu werden.

Er wird viele Freunde treffen hinter der Regenbogenbrücke und ich weiß, dass dort auch jemand auf ihn warten wird, der uns liebevoll ein Stück des Wegs begleitet hat und dessen Zeit auf dieser Erde viel zu kurz bemessen war: Wilfried, mein verstorbener Mann und Berrys 2. Herrchen, an dem er sehr hing.

Wieder einmal hat das Leben mir gezeigt, dass der Tod ständiger Wegbegleiter ist . Wieder einmal versuche ich, mich nicht der Traurigkeit hinzugeben sondern froh darüber zu sein, etwas Schönes gehabt zu haben. Und wieder einmal wird die Erinnerung bleiben an die guten und die schlechten Zeiten...... unauslöschbar........und ich weiß, dass der Schmerz irgendwann weniger wird und dass es stimmt, dass die Zeit Wunden heilen kann.

Und ich weiß auch, dass ich Trost finde, wenn ich ihn suche: durch das Singen der Vögel, das Rauschen des Windes ,  das Ziehen der Wolken über mir.

Oder durch den Blick in die Augen der geretteten Tiere , die um mich sind und mich lieben, auch wenn seit heute ein Augenpaar fehlt

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