Zwei grosse Herzen und eine Schar glücklicher Tiere

Endlich war es mal wieder soweit - vor uns lag der Weg zu Marion und Michael, auf den von uns so geliebten Tiergnadenhof.

Das Auto zum bersten voll gepackt mit Spenden und natürlich versorgt mit Sandwichs und ganz viel guter Laune fuhren wir ein weiteres Mal los Richtung Frankreich.

Die Fahrt im Auto verlief soweit ganz gut. Die Vorfreude war uns allen gut anzumerken und wir konnten es kaum erwarten, die Rasselbande wieder sehen zu dürfen.  Meine Schwester war hinten im Auto zwischen den Spenden kaum zu sehen und ich vorne im Auto versuchte gegen meine Autokrankheit anzukämpfen……..obwohl, bei soooo vielen Kurven gab es nicht viel zu kämpfen – mein Magen wollte einfach nichts hören…*grins*…

Der Fahrer (bestens bekannt unter dem Pseudonym Sherpa Tensing) meisterte den Weg und das Autoradio *grins* und so verlief alles glatt und nach Plan…

           

Da ich schon seit längerer Zeit zwei Patentiere in Frankreich unterstütze, war meine Freude besonders gross. Es war das erste Mal, wo ich meine „Kleinen“ endlich in den Arm nehmen konnte und die Gelegenheit bekam, sie persönlich kennenzulernen. Wie würden sie auf mich reagieren ? Wie würden sie aussehen und wie würde es ihnen gehen? Ich bin nämlich die Patin von Podengo und der Tina. Zwei wunderschöne und tolle Hunde und ich bin riesig stolz darauf !!!

Obwohl ich schon jede Menge kannte aus Filmen , Fotos und natürlich den fast täglichen Kontakten zum Tiergnadenhof, war mir nicht ganz klar auf was ich treffen würde und ob ich mit allem klar kommen würde.

In Gedanken verloren bemerkte ich, dass die Strasse immer enger wurde und schon bald verliessen wir die üblichen Wege und fuhren steil eine Waldstrasse rauf, welche nicht zu einem Ziel zu führen schien. Hätte man sie mir beschrieben  – ich hätte es nicht geglaubt- und so war ich dann einfach dankbar nicht am Steuer zu sitzen und mit einem Geländefahrzeug unterwegs zu sein und somit über all dies nur lachen zu können….

…Doch da, ... plötzlich, irgendwo am Ende eines Weges – unser Ziel. Mir blieb fast der Atem stehen, denn alles sah genau so aus wie ich es doch bereits kannte….nur noch viel heller und freundlicher als in meiner Vorstellung und bevor ich auch nur meinen Gedanken freien Lauf lassen konnte hörte ich das Bellen von Hunden ... vielen Hunden ..... Ehe wir uns versahen, war unser Auto auch schon umzingelt von bellenden und wedelnden Hunden…gross, klein, dick, dünn, lange Haare, kurze Haare …und ohne weiter nachzudenken, stiegen wir aus und begannen gleich mit streicheln und kraueln. Wow – war das eine Begrüssung !!…Es gab gar nicht genug Hände um allen gerecht zu werden und alle gleichzeitig zu begrüssen.

Wahnsinn – und immer wenn ich dachte- so das war es jetzt aber- kamen noch mehr Hunde und so standen wir dann eine ganze Weile einfach vor dem Haus und liessen uns richtig Willkommen heissen und wir genossen die Zeit wo wir im Mittelpunkt standen. Es war ein bellen , wedeln und kraulen wohin das Auge auch reichte

Marion und Michael waren in der Zwischenzeit auch gekommen und ich freute mich riesig die Zwei kennenzulernen….obwohl – es kam mir vor als ob ich sie schon Ewigkeiten kennen würde, aber so in Natura wirkten die Beiden noch viel stärker und symphatischer als auf allen Filmen oder Fotos. Ich war fasziniert von der fröhlichen und unkomplizierten Art und das Lachen auf dem Hof war absolut ansteckend. Obwohl die Beiden umgeben sind von ganz viel Elend und schlimmen Schicksalen – lebt die Hoffnung und das Lachen weiter und wenn ich Marion zuhörte wie sie mit den Hunden sprach, so ging mir das Herz auf.

Jedes dieser Tiere hat seine Geschichte und sein Charakter und natürlich kennen die beiden jedes der Tiere ganz genau und so wurden viele lustige Geschichten erzählt und auch jetzt noch frage ich mich, wie alle diese Tiere ins Bett reinpassen ??????

Ich lernte jeden Hund nun persönlich kennen und freute mich wenn ich wieder eine nasse Zunge auf dem Gesicht spürte oder einfach nur kraueln konnte . Ich als absoluter „Schmüselifreak“ hatte mein persönliches Paradies gefunden.;J Es war wunderschön und ein richtiges Erlebnis !!!! Meine Patentiere hätte ich am liebsten einfach nicht mehr losgelassen. Es sind nämlich die schönsten und besten Patentiere der ganzen Welt !!!

Eine ganze Weile später luden wir das Auto aus und übergaben sehr gerne die vielen Spenden an Marion und Michael ! Natürlich fehlten auch die Geschenke der Patentanten und -onkel nicht welche uns mitgegeben wurden und so wurde jedes einzelne Spielzeug für die entsprechenden Tiere mit einem grossen Lachen von Marion und Michael angegenommen.

Dazu möchten wir gleich die Gelegenheit nutzen allen nochmals ganz herzlich zu danken welche uns so tatkräftig mit Spenden unterstützt haben und solche Aktionen damit überhaupt erst ermöglichen !!!


Charlie bewacht die Spenden

Wir verbrachten dann einige Zeit im Haus und es war richtig lustig zu sehen wie jedes Tier sofort seinen Platz fand und meine Schwester dann mit ihrem tauben Patenkater „Fizzy“ rumschmuste und es sichtlich genoss ihr Patentier in den Armen zu halten.

….die Zeit verging und schon bald schien es Zeit zum spazieren……?

………spazieren ?? müssten jetzt alle Hunde an die Leine ???? …ich machte mir keine Vorstellung davon was dann kam.  Michael hatte sich ein Rudel ausgesucht welches auf diesen Spaziergang mitkommen sollte und so lernte ich das Land von Marion und Michael kennen.

Wiesen, Wälder und einfach nur Platz !!! Die Hunde müssen nicht an die Leine..warum auch? Dort ist niemand oder nichts und so folgt das Rudel den beiden und es ist wunderschön zu sehen wie alle Tiere miteinander spielen und tollen. Es war ein bellen und ein toben, ein rennen und entdecken und ich habe wohl noch kaum einmal in meinem Leben so glückliche Tiere gesehen. Umgeben von einer unendlichen Weite war die Freiheit einfach grenzenlos und die Tiere hatten alle Möglichkeiten der Welt ! Es war unglaublich zu sehen wie sich alle verstanden und jeder seinen Platz gefunden hatte im Rudel und alles erschien wie ein Traum. Ich hätte wohl noch ewig so gehen können, aber schliesslich warteten beim Hof noch mehr Hunde welche Ihren Spaziergang wollten und so kehrten wir um und holten schon bald das zweite Rudel….und auch hier – keine Streitigkeiten, keine Unruhen – nein im Gegenteil, ein eingespieltes Team dass keine Chance ausliess um sich so richtig auszutoben.  Es wurde gerannt und gespielt – als wären alles kleine Kinder.

Wir standen dann einfach da, zusammen mit Marion und Michael und freuten uns den Sonnenscheinen zuzusehen und natürlich lauschten wir den teils abenteuerlichen Geschichten der Hunde welche wir zu hören bekamen und freuten uns darüber, dass wir über jeden Hund wieder etwas erfahren durften.


Das Land von Marion und Michael - da würde ich mich auch Hundewohl fühlen


Sogar eine Fee hat ihren Fussabruck in einem Stein hinterlassen

Wenn man sich überlegt, dass diese Tiere, bis sie dort ankamen nicht viel Gutes kennengelernt hatten, dann grenzt es an ein Wunder sie heute so zu sehen.

Völlig erschlagen von den Eindrücken und von den Spaziergängen kehrten wir zurück zum Hof wo auch schon die Pferde und Kühe auf Ihr Essen warteten und wir diese nun auf die Wiese liessen. Pferde, Hunde, Schweine, Kühe , Gänse und Katzen und natürlich wir – wir standen da auf der Wiese und irgendwie schien sich niemand am anderen zu stören. Wäre es ein Film gewesen - hätte ich es nicht geglaubt. Diese Harmonie und Liebe war einfach überwältigend. Der Ausblick über den Hof und die Tiere war einzigartig und obwohl man erkannte, dass da noch eine Menge Arbeiten gemacht werden musste, erschien dieser Fleck als der Himmel auf Erden.  Die Freiheit und das Zusammensein liess alles andere vergessen.

Die Zeit verging wie im Flug und schon bald war es leider wieder Zeit, aufzubrechen und zurück zu gehen in „unsere“ Welt. Es fiel uns allen sehr schwer Abschied zu nehmen und so versuchten wir noch jeden Hund und jede Katze noch einmal zu kraueln und jeden Moment in uns aufzunehmen.

..und schon fuhren wir wieder Richtung Strasse…Richtung Schweiz….

Ich sass dann mehr oder weniger still im Auto und während der ganzen Fahrt vertiefte ich mich in meinen Gedanken und Gefühlen. So gerne ich auch das eine oder andere Tier mitgenommen hätte, so wusste ich dass es keinen besser Platz auf der Welt geben würde. Was war es was mich so berührt hatte ? Die Eindrücke oder einfach die Tiere…..meine Gefühle waren nicht zuzuordnen. Ich schwankte zwischen weinen und lachen und plötzlich war da diese Leere als wir dann zu Hause ankamen. Ich stieg aus dem Auto, öffnete die Haustüre und alles im Haus erschien mir leer und kahl. Niemand der mich stürmisch begrüsste oder seine Freude zeigte….das Haus erschien unfreundlich und gefüllt mit Dingen die keine Liebe geben konnten. Ich war dankbar als sich dann eine meiner Katzen völlig verschlafen aus dem 1. Stock kämpfte und mich vorwurfsvoll ansah, da ich die Nachtessenszeit verpasst hatte und dies natürlich unverzeilich schien. Ich setzte mich dann einfach auf die Treppe  und starrte eine ganze Weile vor mich hin. Die Gedanken kreisten um mein Leben und darüber wie wir Menschen Glück und Liebe definieren und trotzdem nie das Gefühl haben, glücklich zu sein. Wie oft zweifle ich an meinen Aufgaben im Leben oder ich denke über den Sinn von allem nach ? Ich frage mich was Liebe ist und was die Erfüllung des Lebens sein sollte. Es konnte nicht dass allmorgendliche einstempeln sein und es durfte nicht der Kauf eines teuren Autos sein.

Ich frage mich oft wie ich etwas abgeben könnte von dem was ich bekommen hatte im Leben. Wie könnte ich helfen und würde meine Hilfe ankommen ? Tja, es gab keinen Zweifel mehr – ich hatte meine zwei Patentiere im Arm gehalten und ihre Freude und Liebe kennengelernt. Ich habe erlebt wie sie den Menschen verziehen haben und Ihren Weg im Leben auf dem Gnadenhof gefunden hatten. Ich helfe mit meiner kleinen Spende nicht nur ihnen sondern allen dort oben und ich bin unheimlich dankbar das erleben zu dürfen. Dadurch gewinnt vieles in meinem Leben an Bedeutung und die Leere wird ein wenig gefüllt. Ich kann Liebe geben und etwas Gutes tun und wenn ich will, dann kann ich diese sogar „besuchen“.

Ich hoffe die Eindrücke noch lange behalten zu dürfen und in meinem Herzen und in meinen Gedanken oft bei Marion und Michael sein zu können. Ob ich wieder gehen werde ? Klar doch – und dies sicherlich bald !

Wenn mich jemand heute fragen würde was der Tiergnadenhof ist, dann wäre meine Antwort einfach nur  

LIEBE !

Danke Euch grossartigen Menschen für Euren Einsatz und Eure Güte !!