Das Arche-Tierlabor ???

   

Kaum gibt es Probleme im innerbetrieblichen Verhältnis zwischen uns deutschen und den ausländischen Tierschützern, folgen nach den anfänglichen Beschimpfungen die altbekannten Unterstellungen, wir würden die Tiere aus dem Ausland holen um sie dann in irgendwelche Labors zu verkaufen.

Gerade erlebe ich diesen Fall mit den Leuten aus Cadiz.

   

Weil ich nicht willens und auch nicht in der Lage bin, für eine angebliche Pensionsunterbringung unserer 11 Hunde bis zu deren Abholung im Oktober, 3000 € zu bezahlen, wird nun mal wieder versucht, mit solchen Gerüchten Druck auszuüben und dem Ruf meines Vereins zu schaden.

Unter einer Pensionsunterbringung würde ich verstehen, dass die Tiere Futter und die notwendigen Pflegemaßnahmen erhalten, die man für 5 € am Tag erwarten kann.

Ich verstehe darunter nicht, dass räudekranke Tiere, ohne Chip und gültigen blauen Haustierausweis zu den  Treffpunkten der Transporte geschickt werden, die ausschließlich von uns finanziert wurden.

Ich verstehe darunter auch nicht, dass verwurmte, verflohte und an verschiedenen Infektionskrankheiten leidende Tiere völlig unzureichend vorbereitet auf eine Reise geschickt werden, die nun – so wird spekuliert– vielleicht in einem Labor geendet haben könnte,  um UNS den notwendigen Reibach zu bescheren.

Wenn diese Personen, die solche Dinge behaupten einmal ihr Gehirn einschalten würden, würden sie nach einem ganz einfachen Rechenexempel feststellen, dass wir dem Labor sogar noch Geld bezahlen müssten, damit uns die Hunde abgenommen werden würden.

Einschließlich der  vielen alten Hunde, die in der Arche angekommen sind,  um die sich die Labors sicherlich reißen würden.

Bei zwei Transporten mussten wir die Hunde , die durch ein spanisches Tiertaxi ( MRW ) jeweils zu den Transporttreffpunkten bei befreundeten Tierschutzgruppen gebracht wurden ( wer hat das wohl bezahlt ? ) , zwischenparken und noch einmal zusätzlich behandeln lassen, damit ein Transport nach Deutschland überhaupt unter legalen Bedingungen hat stattfinden können.

Diese Tierschutzgruppen haben uns im Gegensatz zu den Spaniern keine Pensionskosten für die Tiere verlangt. Darüber wurde dort noch nicht einmal ansatzweise gesprochen und es war selbstverständlich, dass man diesen armen Socken uneigennützig helfen mußte und man sich als Gegenleistung über einen oder zwei Säcke Hundefutter gefreut hat.

Die Gedanken, die man sich plötzlich um die Tiere macht, hätte man sich schon viel früher machen sollen. Zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, als kranke Hunde , die keinerlei Chance zur Genesung hatten, zu uns nach Deutschland geschickt wurden,  und uns außer den hohen Tierarztrechnungen nur die Wut und Trauer blieb, dass dort im fernen Spanien wohl keiner den Sachverstand hatte zu erkennen,  wie schlecht es diesen Hunden ging.

Aber auf einmal kommt der Aufschrei, was WIR wohl mit diesen Hunden gemacht haben könnten. Warum hat man nicht nach den erhaltenen „ Ankunftsbildern „ mindestens einmal in der Woche von jedem Hund ein Bild und danach sofort die Adressen der neuen Familien bekommen , wo man sie ja doch selbst so geliebt hat, diese armen,  dürren Geschöpfe, die oft dem Tode näher als dem Leben bei uns eingetroffen sind.

Die Antwort ist ganz einfach:

Es gibt keine Neuigkeiten über diese Hund, weil fast alle Hunde noch gar nicht vermittelt werden konnten, da es uns der deutsche Tierhalter sicherlich nicht verzeihen würde, ihm ein verwurmtes , schlecht geimpftes und mit Räude befallenes Tier zu vermitteln. Die deutsche Tierärzteschaft würde uns dies übrigens auch nicht verzeihen .

Außerdem handelt es sich bei den Cadiz-Hunden in den meisten Fällen um Tiere zwischen 5 und 8 Jahren. Auch darum reißt man sich hier in Deutschland nicht gerade und man braucht viel Geduld bei der Platzsuche.

Man darf nicht vergessen, dass die Hunde von Cadiz dort auf ihre Tötung warteten und außer, dass einige wenige Personen sich evtl. Gedanken um die Rettung dieser Todeskandidaten machten, es dem Rest der Welt „ scheißegal „ war ob ein Hund mehr oder weniger dort im großen Verbrennungsofen gelandet wäre.

Dass nun nicht die Rettung der Tiere, sondern Geld im Vordergrund steht, ist eine schlimme Enttäuschung.

Wir haben die Tiere von Cadiz teuer bezahlt. Wir haben die Verantwortung angenommen, für ihr weiteres Wohlergehen zu sorgen und wir sind dafür da, die äußeren und inneren Wunden zu heilen.

Bei vielen wird dies noch lange dauern und  das können und wollen WIR niemanden in Rechnung stellen. Wir haben die Hunde retten wollen und nun dürfen wir uns nicht darüber beschweren, dass sie mit all ihren kostenintensiven Gebrechen bei uns gelandet sind.

Uns aber Profitsucht zu unterstellen und zu versuchen, unseren Ruf als Tierschützer in Frage zu stellen , ist einfach nur infam und geht an der Wirklichkeit meilenweit vorbei.

Bei 55 € „ Pensionskosten „ am Tag für 11 Hunde, denen eigentlich ja außer ein paar gnädigen Futtergaben nichts, aber auch gar nichts zu Teil wurde,  muß man sich fragen, auf welcher Seite die Profitsucht liegt.

Traurig aber wahr !!

Das ist übrigens unser Clown Filou , der im Januar 07 kam und bei mir hängen geblieben ist:

   

    
ehemalige K-55 Januar 07                   heute bei Ralf und Ingeborg glücklich