Alle Vögel sind schon da…

Eigentlich befassen wir uns ja mehr mit Hunde- und Katzentierschutz. Aber manchmal werden wir mit anderen Spezies konfrontiert, die keine vier Pfoten haben und deren Sprache sich auch nicht auf das Hunde-ABC beschränkt.

Gemeint sind unsere gefiederten Kameraden, die Vögel, die ab und zu unseren Weg kreuzen weil sie Hilfe brauchen.

So geschehen eines schönen Sommertages, den wir mit liebem Besuch auf der sonnigen Terrasse unseres Hofes verbrachten. Immer wieder hörte Michael  zwischen den vertrauten Vogelstimmen, ein fremdes Gepiepse, dass dazu auch noch sehr laut war.

Irgendwann sagte Michael zu mir : „ Da ist ein ganz LAUTER VOGEL im Wald, der andauernd ruft und über die Tannenspitzen schwirrt. Der gehört bestimmt nicht hierher ! „

Nach näherem Hinsehen und Beobachten erkannten wir, dass es sich um einen Nymphensittich handelte. Und da dies ja der „ laute Vogel „ war, auf den wir aufmerksam geworden waren , hatte er auch flugs seinen Namen weg:  HEINER LAUTERVOGEL schien uns passend.

Nachdem Michael beobachtet hatte, dass der kleine gefiederte Freund gerade noch den Tatzen einer unserer Katzen entkommen war, beschloss er den Versuch zu unternehmen, Heiner Lautervogel einzufangen.

Da ich diesem Unterfangen keine großen Chancen einräumte, widmete ich mich weiter meiner Arbeit und staunte dementsprechend nicht schlecht, als sich mir nach wenigen Minuten dieses Bild bot:

 

Michael hatte Heiner Lautervogel nicht lange überreden müssen, denn der handzahme Vogel war ausgehungert und durstig. Er kam auf Michaels Schulter und ließ sich, trotz all der Hunde die neugierig mitgekommen waren, ans Haus tragen.



Dort setzen wir ihn in einen provisorischen Käfig und brachten ihn zu einem Bekannten, der eine große Voliere mit mehreren Nymphensittichen besitzt. Vielleicht wird Heiner Lautervogel ja aber doch schmerzlich vermisst und wir können den Besitzer noch ausfindig machen. Es ist uns nicht klar, welche Variante seines Lebens dem Vogel besser gefällt, die Voliere mit den Artgenossen oder den Menschen, an der er sich offensichtlich sehr angeschlossen hat.

Wir lassen das Schicksal entscheiden …

Eine andere schicksalhafte Begebenheit im Bereich der Gefiederten, möchte ich nicht vorenthalten.

Michael und ich saßen beim Mittagessen, als wir plötzlich ein lautes  „ UHUUUU „, hörten. Fragend schauten wir uns an und hielten es erst für einen Scherz eines vielleicht bis dahin unentdeckten Besuchers vor unserer Tür.  Als wir den gleichen Ruf wieder hörten und dazu noch ein Scharren, wie mit spitzen Krallen, orteten wir die Geräuschquelle in unserem Kamin.

Offensichtlich war ein Kauz in unseren Kamin gefallen und konnte sich jetzt nicht mehr selbst befreien.

Sofort rannten wir nach draußen, da die Tür des Kamins außen an der Hauswand angebracht ist. Michael öffnete vorsichtig die steinerne Tür und ich stand mit dem schussbereiten Fotoapparat davor, um dieses Bild von dem kauzigen Gesellen zu machen:

Sekunden später breitete er seine Schwingen aus und flog über unsere Köpfe hinweg in die Freiheit !!1 Guten Flug und pass auf Dich auf !!!