Stellungnahme vom 02. Januar 2008 bzgl. den gegenüber der Arche e.V. sowie gegenüber Frau Nadja Eichhorn geäußerten Vorwürfen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz im Zusammenhang mit der Haltung von Hunden auf dem Gehöft in Obernheim Kirchenarnbach:

Am Nachmittag des 21.12.2007 (sowie am 22.12.2007 – hier jedoch ohne Durchsuchungsbeschluss ! - ) erschien auf dem durch Frau Eichhorn angemieteten Gehöft in Obernheim Kirchenarnbach die Polizei in Begleitung diverser Personen des Tierschutz- vereins Pirmasens mit einem durch das Amtsgericht Zweibrücken erlassenen Durchsuchungsbeschluss und stellte insgesamt 56 Hunde sicher. Hintergrund des Erlasses des Durchsuchungsbeschlusses und der damit verbundenen Polizeiaktion waren vermeintliche Feststellungen des Tierschutzvereins Pirmasens bzgl. schlechter Hundehaltung auf dem Anwesen, welche der Polizei durch diesen Verein bekannt gemacht wurden.

Nach Darstellungen des Herrn D. und der Vorsitzenden Frau W. des Tierschutzvereins Pirmasens soll Frau Eichhorn auf ihrem Anwesen Hunde angeblich ohne Futter und Wasser sowie auf engstem Raum gehalten haben, einzig mit dem Ziel, einen regen und profitablen Hundehandel unter dem Deckmantel des Tierschutzes zu betreiben. Die Hunde, die sich laut Aussage dieser  vermeintlichen Tierschützer angeblich alle im Eigentum des Vereins Arche e.V. befinden, sollen nach den Darstellungen des Tierschutzvereins Pirmasens infolge dieser Haltungsbedingungen völlig abgemagert, krank und sogar verstümmelt gewesen sein. Sogar einen toten Hund und einen fast leblosen Welpen in einer Mülltonne wollen die Tierschützer auf dem Anwesen gefunden haben.

Da diese, seitens des Tierschutzvereins Pirmasens verbreitete unwahre Sachverhaltsdarstellung nicht nur zu der oben geschilderten Polizeiaktion geführt hat, sondern diese unwahren Behauptungen in den letzten Tagen leider auch völlig ungeprüft in diversen Pressemitteilungen wiedergegeben und in etlichen Internetforen durch den Tierschutzverein Pirmasens verbreitet wurden, sehen wir uns nunmehr gezwungen, folgende Stellungnahme hierzu abzugeben:

1.

Der kleine Verein „ Die Arche e.V. „ wurde im Jahr 1996 in Karlsruhe gegründet und ist seitdem vom Finanzamt als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Vorsitzende ist Frau Marion Noss, Tierheilpraktikerin.

Der Verein widmet sich ausschließlich der Tierschutzarbeit, d.h. der Aufnahme und Vermittlung Not leidender Tiere. Hierbei hat es sich der Verein insbesondere zur Aufgabe gemacht, kranke und alte Hunde, die schwer vermittelbar sind und oftmals von anderen Tierschutzorganisationen abgelehnt werden, aufzunehmen.  Häufig stammen diese Hunde aus sog. Tötungsstationen aus dem Ausland und kommen in sehr schlechtem Zustand bei ihren Pflegeplätzen in Deutschland an. Der kleine Verein investiert viel Geld um diese Hunde tierärztlich versorgen zu lassen und aufzupäppeln, bevor sie an liebe Menschen vermittelt werden können.

Der  Vereinsitz befindet sich in Karlsruhe, wo auch etliche Aktivitäten der Arche stattfinden. So findet die Vermittlung  - vor allem von Hunden – über in Karlsruhe und Umgebung ansässige Pflegeplätze statt.

2.

Die Arche e.V. arbeitet mit Pflegeplätzen, die bereit sind, diese teure und zeitintensive Betreuung der oft pflegebedürftigen Hunde ehrenamtlich zu übernehmen.

Einer dieser ehrenamtlichen Pflegeplätze ist Frau Nadja Eichhorn und ihr Gehöft in Obernheim Kirchenarnbach.

An dieses Objekt war Frau Eichhorn gekommen, als sie mit einer Annonce nach einem geeigneten Objekt für den Tierschutz in dieser Region gesucht hatte. Auf diese Annonce hin meldete sich die Vermieterin Frau B. und bot dem Verein das Objekt zur Miete an. Nachdem Frau B. der Arche e.V. mitgeteilt hatte, dass das Bauamt der Kreisverwaltung Pirmasens die Hundehaltung genehmigt habe, wurde durch Frau Eichhorn der Mietvertrag für das Objekt im Juni 2007 abgeschlossen und das Objekt im August 2007 bezogen.

Durch die Vermieterin wurde bereits wenige Tage später die fristlose Kündigung ausgesprochen, da sie von einer Tierhaltung auf dem Hof nichts mehr wissen wollte. Seitdem betreibt sie die Räumungsklage gegen Frau Eichhorn.

Im September 2007 war erstmalig ein Amtstierarzt des Veterinäramtes der Kreisverwaltung Pirmasens vor Ort und besichtigte das Gehöft und die dort anwesenden Hunde. Bis auf kleinere Beanstandungen (wie z.B. die Lichtverhältnisse), gab es seitens des Veterinäramtes nichts zu bemängeln. Insbesondere war laut dem Veterinäramt der Ernährungszustand der Hunde in Ordnung. Bei diesem Besuch informierte Frau Eichhorn die Veterinärin darüber, dass inzwischen die Räumungsklage gegen sie läuft und sie bereits auf der Suche nach einem anderen passenden Objekt sei.

3.

Ende November 2007 lief ein Hilferuf durch den Tierschutzverteiler, in dem dringend um Hilfe für fast verhungerte Hunde aus Tschechien gebeten wurde. Der Zustand der Hunde wurde in dieser Verteilermeldung als so katastrophal beschrieben (die Tiere sollten so verhungert sein, dass bereits die großen Hunde die kleinen Hunde auffraßen), dass sich die Arche e.V. sofort bereit erklärte zu helfen.

Ehrenamtliche Helfer kauften sogleich am 30.11.2007 und am 01.12.2007 für mehrere hundert Euro Futter und Wolldecken und mieteten bei AVIS ein Auto an, um einen Teil der notleidenden Hunde, die zur baldigen Tötung vorgesehen waren,  zu Frau Eichhorn nach Obernheim Kirchenarnbach zu bringen. Neben der Arche e.V. beteiligte sich u.a. auch das Tierheim Köln Dellbrück an der Rettungsaktion dieser Tiere.  Der Tierschutzverein Pirmasens hatte hieran offensichtlich kein Interesse.

Als die Hunde am 01.12.2007 bei Frau Eichhorn ankamen, waren diese z.T. in einem sehr schlechten Ernährungszustand.  Einige Hunde wurden durch Frau Dr. S. tierärztlich versorgt und Frau Eichhorn sowie diverse ehrenamtlichen Helfer begannen  die Tiere aufzupäppeln.

Neben diesen Hunden aus Tschechien befanden sich auch erst kürzlich angekommene Hunde aus der Tötungsstation von Cadiz usw. in der Obhut von Frau Eichhorn.

Dass auch diese Tiere bei ihrer Ankunft in einem schlechten Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand sind, verwundert wohl niemanden, der schon einmal derartige Tötungsstationen in diesen Ländern besucht hat.

4.

Da wir, die Arche e.V. und Frau Eichhorn, sowohl im November 2007 wie auch am 01.12.2007 diverse Hunde aus Tötungsstationen bzw. aus Tschechien aufgenommen haben, deren Ernährungs- und Gesundheitszustand bei ihrer Ankunft katastrophal war, ist es nur logisch, dass sich diese Hunde am 21 / 22.12.2007 nicht bereits in einem guten Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand befunden haben können. Innerhalb von nur 3 Wochen kann niemand einen gänzlich abgemagerten, fast verhungerten Hund, der noch dazu diverse Krankheiten hat, wieder so aufpäppeln, dass er in einem für unsere Maßstäbe akzeptablen Zustand ist. Dies geht nur sehr langsam.

Diese Tatsache muss auch dem Tierschutzverein Pirmasens bekannt sein.

Insbesondere hätte dem Tierschutzverein Pirmasens bekannt sein müssen, warum sich die bei Frau Eichhorn befindlichen Hunde in diesem Gesundheits- bzw. Ernährungszustand befunden haben, da davon ausgegangen werden muss, dass auch der Tierschutzverein Pirmasens die Verteilermeldung bzgl. der Hunde aus Tschechien erhalten hat. Warum die vermeintlichen Tierretter hier nicht bereits geholfen haben, bleibt ihr Geheimnis.

Daneben ist für jeden Interessierten auf der Homepage der Arche e.V. nachzulesen woher die Tiere im Einzelnen kommen und was ihr Werdegang ist.

Seltsam mutet es auch an, dass sich ein Mitarbeiter des Tierschutzvereins Pirmasens als Interessent für einen Welpen ausgibt und nachdem er diesen gegen eine Schutzgebühr von EUR 250,-- dann auch erhalten hat, nunmehr alleine hieraus einen regen Tierhandel mit enormen Verdienstmöglichkeiten herleiten will. In jedem Tierheim wird bei der Vermittlung eines Tieres eine Schutzgebühr erhoben und keiner käme alleine deshalb auf die Idee, Tierheime als kommerzielle Tierhändler zu titulieren. Warum dies in unserem Fall versucht wird und welche Zielsetzungen der Tierschutzverein Pirmasens hier verfolgt, können wir nur vermuten.

5.

Infolge der unwahren Behauptungen seitens des Tierschutzvereins Pirmasens kam es, wie oben bereits geschildert, am 21/22.12.2007 zu einer Durchsuchung des Gehöftes der Frau Eichhorn und zu einer Sicherstellung von insgesamt 56 Hunden. Hierzu ist insbesondere anzumerken, dass bei dieser Aktion kein Amtstierarzt anwesend war ! Vermutlich weil dieser bereits am Morgen des 21.12.2007 vor Ort war und keinen Handlungsbedarf gesehen hatte.

Da sich ein Teil dieser Hunde aufgrund ihrer Herkunft in einem schlechten Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand befunden haben, wurden folgerichtig bei der Durchsuchung auch unterernährte und / oder kranke Hunde aufgefunden. Dieser Zustand der Hunde ist jedoch weder dem Verein Arche e.V. noch Frau Eichhorn anzulasten, sondern resultiert einzig aus ihren früheren Aufenthalt in Tötungsstationen im Ausland.

Die Behauptungen, die Tiere wären bei Frau Eichhorn ohne Futter und Wasser gehalten worden ist unwahr. Hier wird versucht, aus der Tatsache, dass die Durchsuchungsaktion zu einem Zeitpunkt stattfand an dem ehrenamtliche Helfer damit beschäftigt waren, die Aufenthaltsräume der Hunde zu reinigen und infolgedessen auch die Wasser- und Futterschüsseln entfernt hatten, Kapital für die Verleumdungskampagne zu schlagen.

Die Behauptung des Tierschutzvereins Pirmasens, man habe einen toten Hund bzw. einen Welpen in einer Mülltonne (vom Tierschutzverein Pirmasens „Oskar“ genannt) bei der Durchsuchung aufgefunden ist ebenfalls unwahr. Ein halbtoter Welpe in einer Mülltonne ist im Sicherstellungsprotokoll weder vermerkt, noch bei der Durchsuchung aufgefunden worden.

Ein toter Hund wurde in dem Sicherstellungsprotokoll vom 21.12.2007 ebenfalls nicht aufgelistet und somit auch nicht aufgefunden.

Einige Tage später erreichte Frau Eichhorn per Post ein nachgereichtes Sicherstellungs- protokoll ( Postzustellung erfolgte am 29.12.07 ), in welchem plötzlich ein toter Hund  aufgeführt wurde. Das erst nachträglich angefertigte Sicherstellungsprotokoll (rechtlich schon völlig unzulässig !) enthielt weder eine Beschreibung dieses angeblich aufgefundenen Hundes, noch eine genaue Beschreibung des vermeintlichen Auffindeortes dieses Tieres (ebenfalls rechtlich unzulässig !).

Bereits am 22.12.2007 hatte der durchsuchende Beamte dem anwesenden Ehemann von Frau Eichhorn vor Ort ein Bild eines angeblich auf dem Gehöft aufgefundenen toten Hundes gezeigt. Das Foto zeigte einen Hund, welcher auf einer roten Plastikplane lag. Jedoch war beim ersten hinsehen erkennbar, dass das auf dem Foto zu erkennende Umfeld in keinster Weise zu den örtlichen Gegebenheiten des Gehöftes von Frau Eichhorn passte. Somit ist unklar, wo der Hund tatsächlich verstorben ist. Klar ist nur, dass dies nicht bei Frau Eichhorn passiert ist. Da der tote Hund  somit nicht von dem Gehöft der Frau Eichhorn stammt, steht zu vermuten, dass dieser vielmehr in der Obhut der vermeintlichen Tierretter verstorben ist, was auch in verschiedenen Internet-Texten einiger Radiosender so berichtet wurde.

Bezeichnend für das Vorgehen der Polizei ist auch, dass für die Sicherstellungsaktion am 22.12.2007 weder ein rechtsgültiger Durchsuchungsbeschluss vorlag, noch ein Amtsveterinär anwesend war. Die sichergestellten Tiere wurden  – wie am Vortag – weder aufgelistet noch fotografiert, was durch die Sicherstellungsprotokolle belegt werden kann.  

Was uns ebenfalls unbegreiflich ist, ist die Tatsache, dass man sich bei dieser Aktion ausgerechnet und ausschließlich den „ fachkundigen Zeugen“ des Vereins bediente, durch dessen vermeintlich getroffene Feststellungen der Beschluss zur Durchsuchung und Sicherstellung erst erwirkt wurde und die nahezu zeitgleich schon eine Pressekampagne gegen die Arche e.V. und Frau Eichhorn gestartet hatten. Mit objektiver Ermittlungsarbeit der Polizei und rechtsstaatlich konformen Vorgehen hat diese Aktion leider nichts zu tun.

Bezüglich des toten Hundes hoffen wir sehr, dass er nicht ein Opfer des unsachgemäßen Abtransportes der Hunde geworden ist. Denn der Abtransport der sichergestellten Hunde durch den Tierschutzverein Pirmasens gestaltete sich alles andere als tiergerecht, wie Fotos von Frau Eichhorn belegen.

Die Hunde wurden von dem Tierschutzverein Pirmasens in einem LKW, der lediglich mit 6 Boxen ausgerüstet war, abtransportiert.  Somit gestaltete sich der Abtransport der Hunde am Freitag den 21.12.2007 so, dass lediglich 6 Hunde in Boxen untergebracht werden konnten und eine große Anzahl von Hunden lose in den LKW geladen wurde, was zu einer üblen Beißerei führte. Daraufhin luden diese „Tierretter“ einen Teil der Hunde wieder aus und ließen diese über Nacht bei Frau Eichhorn zurück, um sie dann am nächsten morgen erneut zu verladen. Dabei war u.a. ein epilepsiekranker Hund, dessen Medikamente man nicht mitnehmen wollte.

FAZIT

Wir, die Arche e.V. und Frau Nadja Eichhorn, haben uns nichts vorzuwerfen. Wir sind aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen Opfer einer üblen Verleumdungskampagne geworden.

Warum der Tierschutzverein Pirmasens eine derartige Pressekampagne gestartet hat ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir, sowie sicherlich auch viele Leser der diversen Zeitungsartikel (u.a. in der Zeitung „Die Rheinpfalz“), nehmen jedoch mit Verwunderung zur Kenntnis, dass der Tierschutzverein Pirmasens bei dem Notruf im Verteiler nicht geholfen hat, nunmehr aber eifrig „hilft“, verbunden mit Aufrufen zu Geldspenden und dies in der spendenfreudigen Weihnachtszeit. Hierüber kann sich nun jeder seine eigenen Gedanken machen.

Wir haben entsprechende rechtliche Schritte bzgl. dem Ablauf der durchgeführten Durchsuchung und Sicherstellung der Hunde, sowie hinsichtlich der durch den Tierschutzverein Pirmasens aufgestellten unwahren Behauptungen eingeleitet. Ebenfalls erwägen wir rechtliche Schritte gegenüber der Zeitung „Die Rheinpfalz“ wegen der einseitigen und unwahren Berichterstattung im Zusammenhang mit diesem Vorfall. Der Pflicht, Sachverhalte zunächst zu recherchieren, bevor sie als „Tatsachen“ veröffentlicht werden, ist hier aus journalistischer Sicht in keinster Weise genüge getan worden.

Marion Noss

Nadja Eichhorn