Mira(cle) unser eigenes Weihnachtswunder………………
 

Jeder der unsere Berichte regelmäßig liest, der weiß wer unser sogenanntes „ Sternenkind „ ist.

Wir nennen sie inzwischen völlig respektlos „ Rätsche „ weil sie den ganzen Tag mit uns spricht , zu jedem und allem ihren Senf dazugibt und immer das letzte Wort haben muß.

Rätsche hat einen angeborenen, nicht behebbaren Herzfehler und wir mussten schon einige Male an den heißen Tagen des vergangenen Sommers , um ihr Leben bangen.

Aufgrund des Herzfehlers kann Rätsche nicht kastriert werden, denn eine Narkose würde sie nicht überleben.

Nun war Rätsche läufig gewesen und hatte – zu der Zeit als sie normalerweise dann Kinder hätte – sehr mit einer Scheinträchtigkeit zu kämpfen. Sie bemutterte Gegenstände  und hatte Milch.

Gerade war ich am Überlegen, ob wir ihr nicht Medikamente geben sollten, damit der Milchfluß aufhört, da bekamen wir unangemeldeten Besuch.

Der Bauer, der aus dem Ort gekommen war , war ganz atemlos und man sah ihm die Erschütterung ins Gesicht geschrieben. Unter seiner Jacke zog er ein dick in Handtücher eingepacktes

Bündel hervor, das sich bei näherem Hinsehen als kleines Hundebaby entpuppte. Er hätte es am Wegrand gefunden in einer Plastiktüte, es waren noch mehr , nur das eine das er uns brachte, hätte noch Lebenszeichen von sich gegeben:

Die Kleine war erst wenige Stunden alt und ich wusste, dass es schwierig werden würde, sie am Leben zu erhalten. Die einzige Chance die wir hatten war, dass Rätsche in ihren Mutterinstinkt kommen und die Kleine annehmen würde.

Es waren gerade die Tage, an denen wir Tossa verloren hatten , Peggy und Bruno und ich hatte große Angst, dass ich das erneute Sterben eines uns anvertrauten Tieres nicht mehr verkraften würde. Gerade weil es sich um ein kleines Baby handelte , das unschuldig auf die Welt gekommen und gleich irgendwelchen grausamen Menschen ausgeliefert und von ihnen zum Tode verurteilt worden war.

Ich dachte an die arme Mutter der Kleinen, die jetzt vermutlich um ihre Welpen trauerte und ich war traurig darüber, dass ihre Geschwister sterben mussten.

Dann fiel mir Tossa ein und ich erinnerte mich an die neugeborenen Hundwelpen, denen sie das Leben geschenkt hatte, indem sie sie angenommen und ernährt hatte. Allerdings hatte sie zu dem Zeitpunkt eigene Welpen und wir wussten nicht, wie Rätsche auf das Baby reagieren würde.

Gesagt getan, es war ein Versuch wert .

Und …….

Ganz wie das Vorbild Oma Tossa nahm mir Rätsche die Kleine zärtlich aus  der Hand, begann sie zu lecken und hörte gar nicht mehr damit auf. Sie schob sie an ihr Gesäuge und lies sie trinken.

Wir standen atemlos vor lauter Glück dabei ….

Dem Bauern aus dem Ort, den ich eigentlich als hartgesottenen Burschen kannte, rannen Tränen über sein faltiges Gesicht und mit zitternden Händen wollte er der Kleinen noch einmal über das Köpfchen streichen.

Da kam aber von Rätsche ein leises Knurren und wir wussten, von nun an war es IHR Kind.

Lange Zeit hatte ich immer wieder Angst, die Kleine könnte doch noch sterben. Jede Nacht stand ich ein paar Mal auf, um nach ihr zu sehen.

Heute ist es zwei Wochen her, dass sie bei uns ist und heute Morgen hat sie die Augen aufgemacht und neugierig in die Welt geblickt.

Nun, da es sicher ist, dass sie leben wird, kann ich es auch niederschreiben und Sie liebe Leser, teilhaben lassen an der großen Freude, die wir über dieses kleine Wunder empfinden:

Wir haben sie MIRACLE getauft , das heißt Wunder und wir wünschen uns für sie ein  glückliches Hundeleben auf dieser Welt.