Endlich nicht mehr kommunikationslos….
 

Irgendwie scheint es dieses Jahr nicht besonders gut mit uns zu meinen.

Zu allem anderen Ärger, hatten wir die letzten Monate große Probleme mit unserer Telefon- bzw. Internetleitung.

Da ich nicht mehr gewillt war, für jeden Klick ins Internet und für jede Minute zu bezahlen, beantragte ich im Frühjahr ADSL.

Was in Deutschland schon lange möglich ist, nämlich mit einer Flatrate die Kommunikationskosten niedrig zu halten, gibt es in Frankreich noch lange nicht in dieser Form.

So hatten wir ständig hohe Telefon und Surfgebühren, was unser zusammengeschrumpftes Budget noch mehr belastete.

Wie gesagt, mit der Beantragung der ADSL-Flatrate begann dann unsere Geht !- Geht-nicht !-Zeit.

Irgendwie hatten wir Internet nur mal für zwei Tage, höchstens für eine Woche. Sechsmal insgesamt besuchten uns Techniker der France Telekom. Die einen vermuteten den Fehler im Haus, die anderen an der fünf Kilometer langen Leitung. Keiner kriegte das Problem in den Griff und wir waren fast am Verzweifeln.

Alle Besuche der französischen Techniker-Helden hatten groß angelegte Putzaktionen im Vorfeld zur Folge, da die Männer ja jede Steckdose in jedem Winkel des Hauses aufspüren und überprüfen mussten. Die Einen erwiesen sich als liebenswerte hundefreundliche Mitmenschen, Andere wollten noch nicht einmal das Grundstück betreten, falls sich auch nur ein Hund blicken ließe.

Was aber alle gemeinsam hatten, war dass der Fehler einfach nicht gefunden wurde und wir nach und nach unter den fehlenden Außenkontakten begannen zu leiden.

An einem schönen Sonntagmorgen machten der Michael und ich uns selbst auf die Suche nach der Fehlerquelle. Nach einigen Stunden Spürarbeit und pieksender Ausschläge, wegen der Rollisol-Dämmung unseres Daches, wurden wir endlich fündig:

Ein im Rollisol verlegtes Kabel war von einer vorwitzigen Maus angeknabbert worden. Nicht viel, kaum sichtbar, aber genug um uns das Leben derart schwer zu machen.

Groß war die Freude, als wir nach erfolgreichem Anschließen aller benötigten Geräte endlich Internet in einer Geschwindigkeit hatten, die für uns schier atemberaubend war, denn nun waren wir statt 37,2 Kb tatsächlich mit 700 Kb unterwegs. Auch telefonieren und surfen klappte nun gleichzeitig wie am Schnürchen  , und wir konnten aufatmen.

Allerdings nicht lange !

Genau drei Tage nach unserer erfolgreichen Reparatur, wurde unsere Straße geteert und es waren große Maschinen im Einsatz. Die Folge dieser – für uns zwar auch wichtigen Aktion – war ein angeknackster Baum, der dann abends Punkt 22 Uhr auf die Leitung stürzte und diese abriss.

ZWÖLF Tage, die für uns gefühlte zwölf Monate waren, hatten wir nun wieder mal weder Telefon noch Internet.

Das Dumme war, dass ein evtl. Anrufer das ganz normale Rufzeichen zu hören bekam, was den Eindruck erwecken konnte, dass wir nur nicht gewillt waren, ans Telefon zu gehen.

Dem war aber wirklich nicht so.

Noch blöder war, dass just in diesen Tagen unser einziges Handy nach einem unfreiwilligen Absturz in die Wasserschüssel der Hunde ( Fizzy, wer sonst ? ) ebenfalls seinen Dienst quittierte und diesen auch bis heute und nach mehreren Trocknungsaktionen nicht mehr aufgenommen hat.

Meine Emails checkte in dieser Zeit treu und brav unsere Lotte, die die Wichtigsten davon beantwortete, so dass wenigstens nicht Alles an uns vorbei ging.

Seit Dienstag, den 23.9.08 sind wir nun wieder zu erreichen.

Ende gut alles gut, aber wie lange ? Das kann man bei unserer Wohnlage bei den bestimmt bald einsetzenden Herbststürmen sicherlich nicht sagen, aber wir hoffen mal, dass wir nun etwas länger in den Genuß der Tele-Kommunikation kommen, wie es für viele andere Menschen völlig normal ist und die sich evtl. gar nicht vorstellen können, wie man OHNE leben kann.

Alles in Allem kann ich mich nur bei allen Menschen entschuldigen, die in dieser Zeit versucht haben uns zu erreichen und vielleicht schon böse waren, dass wir uns nicht meldeten.

Die Einzigen, die von den zurückliegenden Wochen profitierten waren unsere Tiere, denen wir somit uneingeschränkt zur Verfügung standen und die diese, unsere techniklose Zeit, auf ihre Weise sehr genossen haben.

So gab es ausgedehnte Streichel- und Kuschelevents,

 

 

sowie lustige Spaziergänge, bei denen ordentlich geflitzt werden durfte.

 

Abends hatten wir dann lauter müde Krieger, die sich noch im Schlaf, schon auf den nächsten Tag freuten.