Freud und Leid….
 

In den letzten Wochen waren wir einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt.

Während wir uns in großer Sorge unserer Isis widmeten, die sich aber trotz der Hitze offensichtlich immer noch wohl fühlt und wir den Tag X erstmal nach hinten geschoben  haben, schlug der Tod ganz plötzlich an einer ganz anderen Stelle unvermutet zu:

 

Unsere Pepper, die als Fohlen mit einem gebrochenen Becken zu uns kam, lag eines Nachmittags plötzlich tot im Stall. Mittags hatte sie noch das Heu genossen, das  immer zur selben Zeit von Michael für die Pferde und Kühe angeboten wird. Den Tag vorher war sie noch mit Begeisterung auf der großen, grünen Weide am oberen Berg.

Ihr plötzlicher Tod ist nur mit einem sogenannten „ Sekundentod „ zu erklären. Sie hatte keinerlei Anzeichen für eine Kolik oder irgendein anderes Leiden. Sie lag auf der Erde, als ob sie schliefe. Wir haben den Schock dieses Verlustes noch immer nicht verkraftet. Fassungslos mussten wir wieder einmal erleben, dass man nicht gefragt wird , wann die Lebenszeit eines Geschöpfes – sei es Mensch oder Tier – zu Ende ist. Was uns besonders schmerzt ist, dass wir uns nicht von ihr verabschieden konnten. Es blieb mir nur noch, ein letztes Mal durch ihre Mähne mit den geliebten golddurchwirkten Strähnen zu streichen – noch einmal die Hand über die vertrauten weichen Nüstern gleiten zu lassen – und  die heißen Tränen, die in diesem Moment in mir aufstiegen, mir aufbewahren für die Nächte, weil tagsüber alles weiterlaufen muß , und noch so viele andere Tiere mich brauchen.

Ein jedes Tier, das mir hier anvertraut ist, ist etwas Kostbares für mich.  So habe ich im Laufe der Zeit, einen Schatz zusammengetragen, der für mich unermesslich viel wert ist. Nun ist aber der Zenit vieler überschritten, die ich gerne noch sehr lange– und am besten für immer – bei mir haben würde. Nun wird mein Schatz immer kleiner werden, und am Ende werde ich wieder mit leeren Händen da stehen.

Ich weiß, dass es Sinn und Zweck eines Gnadenhofes ist, gerade die Tiere zu betreuen, die alt sind oder – wie Pepper – ein Gebrechen haben und dadurch chancenlos sind, was eine Vermittlung bzw. überhaupt ein Weiterleben angeht. Genau aus diesem Grund habe ich mich ja dazu entschieden, meine Arbeit diesen Tieren zu widmen.

Aber manches Mal wird mir das Herz doch gar zu schwer, wenn ich an die vielen Abschiede denke, die mir noch bevorstehen.

Da kann auch das Sprichwort, „ Die Zeit heilt alle Wunden „, nicht viel weiterhelfen. Ich habe den Eindruck, dass es so ist, dass man sich mit der Zeit an den Schmerz gewöhnt und dadurch lernt, damit zu leben.

Nach vielen – fast endlosen – Gewitternächten mit Stromausfällen , und einem durch heftigen Regen verursachten Erdrutsch auf unsere untere Weide, kamen dann aber auch wieder Tage, auf die wir uns sehr freuten.

          

Wir hatten Besuch von Eric und Susanne, und wieder einmal werden durch sie, die eiskalten Vogesenwinternächte, die uns und den Tieren bevorstehen, durch kuschelige Decken mit Sicherheit angenehmer.

Auch warme Winterkleidung war in ihrem Gepäck, so dass auch wir Menschen die kalte Jahreszeit nicht fürchten müssen. Lieben Dank Euch Beiden, die Ihr  doch allem zum Trotz immer an uns denkt !!!

   

Auch meine Schwester Birgit und ihr Mann Peter kamen uns,  und die Tiere besuchen. Im Gepäck hatten sie eine Unmenge ausrangierter Klinikdecken und Handtücher, die wir sehr gerne dankend entgegennahmen. Am gleichen Tag wurden selbstverständlich ein paar der Decken „ spendiert „ und man kann sehen, wie wohl sich die Tiere in ihren frisch gemachten „ Betten „ fühlen.

Auch Euch Beiden vielen Dank, es war unheimlich schön, Euch mal wieder hier zu haben.

  

 

    

Riesenspass hatten wir auch bei dem Besuch von Petra und Martina. Alljährlich dürfen wir uns über diese lieben Gäste  freuen und selbstverständlich waren wundervolle Dinge für Mensch und Tier mit im Auto verstaut.

Petra hilft das ganze Jahr über, mit allem was sie kann und hat schon oft eine Tombola in ihrem Reitverein zu Weihnachten zu Gunsten unserer Tiere ausgerichtet. Es ist schön, dass uns ihre Freundschaft über viele Jahre, über Höhen und Tiefen begleitet hat und wir Beide uns sicher sind, dass dies auch so bleiben wird.

 

Soviel Streicheleinheiten an soviel aufeinander folgenden Tagen – und dann immer wieder Leckerlis !

Unsere Tiere fanden es einfach toll !!!

Einem paar der Hunde war der Trubel zuviel, und sie zogen sich mit Michael auf ihre ganz private Kuschelecke zurück- ohne selbstverständliche die Gäste aus den Augen zu verlieren. Es könnte ja sein, dass Nachschub an Leckerlis kommt !

Sorgen hatten wir dieses Jahr ums Heu. Die Bauern, von denen wir normalerweise das Heu kaufen, konnten nur die Hälfte der von uns benötigten Menge ernten, und so suchten wir verzweifelt einen weiteren Heuverkäufer, um die Gesamtmenge abdecken zu können, die wir benötigen. Bei unserem netten Heubauern können wir das Heu in monatlichen Raten abbezahlen, und es wird auch einmal ein Auge zugedrückt, wenn es mal einen Monat nicht geht. Um an weiteres Heu zu kommen, mussten wir aber die Lieferung sofort  bezahlen, da es noch viele andere Interessenten gab.

Als ich schon fast am Verzweifeln war, war es ein Engel namens Andrea aus Freiburg , der für den vollen Betrag der fehlenden Heumenge aufkam, so dass wir auch in dieser Hinsicht, beruhigt in die kalte Jahreshälfte blicken können.,

Andrea , die uns sozusagen „ blind „ geholfen hat, da wir uns noch nie gesehen hatten, war auch dieser Tage zusammen mit einer Begleiterin, zu Besuch bei uns und wir haben uns sehr gefreut, eine so warmherzige, sympathische Tierfreundin kennen lernen zu dürfen.

An dieser Stelle auch einmal einen herzlichen Dank an unsere Mitglieder, Spender und Tierpaten aus Deutschland und in der Schweiz. Ohne Eure Hilfe hätten wir schon aufgeben müssen.

Ich kann mich einfach auf Euch verlassen – Monat für Monat helft Ihr, dass die Tiere hier überleben können. Das ist nicht selbstverständlich, denn viele von Euch haben uns hier noch nicht besucht.

Noch ist das Wetter schön – auch wenn die Birken  schon gelb werden – es ist noch Zeit, uns und die Tiere noch vor dem Winter kennenzulernen.

Danke auch an all die, die mich immer wieder aufmuntern, immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Probleme haben und einfach da sind – wenn ich sie brauche ! Die mir liebe Worte zur rechten Zeit schicken, Hilfe anbieten, mit der man gar nicht gerechnet hat – und manchmal in Gedanken und bestimmt auch im Herzen bei uns sind.

Ihr wisst schon wen ich meine, oder ?