Danke…..

Es ist für mich ein großes Bedürfnis, „ Danke „ zu sagen , all denen die uns in den letzten Monaten liebevoll und ohne groß zu fragen, unter die Arme gegriffen haben, und uns bei dem Kampf, unseren Gnadenhof zu erhalten, zur Seite standen.

Auch wenn wir es gewohnt waren, um die Versorgung unserer Tiere täglich zu kämpfen, wurde die Situation , bedingt durch die Ereignisse des letzten Jahres so ernst, dass ich an manchen Tagen nicht mehr wusste, wie ich unsere Tiere über die nächsten Tage bringen sollte.

Auch wenn unser Verein in Karlsruhe beheimatet ist, fehlt es uns doch an der Anbindung dort und wir bekamen seit unserer „ Auswanderung „  keinerlei Futterspenden , wie es andere Tierschutzgruppen alltäglich finden, und die oft nicht mehr wissen, wohin damit.

Auch selbst dann, wenn Futter für uns bereit stand, waren und sind wir immer darauf angewiesen, dass es dann auch zu uns kommt. Für mich war es mit meinem klapprigen Auto nicht mehr möglich, auch nur „ irgendetwas „ Brauchbares von Deutschland nach Frankreich zu holen.

Bei einer meiner letzten Fahrten verlor ich den gesamten Auspuff mitsamt Topf und es war nur ein Glück, dass dies nicht auf der Autobahn geschehen war, sondern nur wenige Kilometer von zu Hause entfernt. So konnte ich meine Fahrt zwar röhrend und rauchend zu Ende bringen,  es hätte aber auch anders ausgehen können.

Da das Futterproblem unser Hauptproblem ist, müssen wir jeden Euro zusammenhalten, damit unsere Tiere zu essen haben ,  es wäre verantwortungslos, wenn unsere Tiere unter den Umständen leiden müssten, die uns leider in diese Situation gebracht haben.

An manchem Abend saß ich da und versuchte mir darüber Gedanken zu machen, wie ich am nächsten Tag Futter kaufen sollte. Immer wenn die letzten Reserven aufgebraucht waren, kam irgendwo ein kleiner Lichtblick. Kein großes Licht, nur so eines, mit dem man überleben konnte.

Mal fand ich in meinem ausrangierten alten Toyota noch fast 40 Euro im Handschuhfach ( es lebe die Unordentlichkeit, das sei auch mal gesagt ! ), mal fand ich in einer Seitentasche einer Hose, die in die Waschmaschine sollte, noch ein paar 2-Euro-Stücke und plötzlich war dann auch mal wieder ein kleines , braunes Kuvert im Briefkasten, das von einer Tierschützerin aus Griechenland immer mal wieder geschickt wird, um uns über die Runden zu helfen.

Letztendlich haben wir es immer geschafft, am Ende eines Tages unsere Tiere satt und zufrieden zu sehen, allerdings konnten diese nicht ahnen, welche Anstrengungen und welche Klimmzüge dazu geführt hatten.

Auch, dass ich in dem Augenblick, in dem sie zufrieden bei mir lagen schon wieder die Sorge hatte, WIE der nächste Tag vorübergehen sollte, konnten sie nicht ahnen und letztendlich liegen Gedanken dieser Art auch auf der Seite meiner Verantwortung  , denn ich habe ja erlaubt, dass sie bei uns wohnen.

Die Augenblicke, in denen ich wusste, der Tag war geschafft und alles ist gut, konnten mir aber nicht lange Kraft geben. Ich merkte selbst, wie ich langsam immer mehr an Substanz verlor. Ich hatte plötzlich auch nicht mehr das Bedürfnis zu schreiben, was ja ansonsten für mich immer ein Ventil war, um Dinge zu verarbeiten und mitzuteilen.

Oft saß ich vor meinem PC und starrte in den Monitor, ohne dass mir irgendetwas einfiel, was ich zu sagen hätte.

Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass ich nichts mehr zu sagen habe !!!

Das war der Grund.

Zu tief war die menschliche Enttäuschung, zu groß das Entsetzen darüber, was passiert war und ich mußte erkennen, dass ich nahe davor war, depressiv zu werden.

In der Nacht trösteten mich meine Tiere, über deren Arglosigkeit und Vertrauensseeligkeit ich mich begann zu schämen, da ich ja nicht wusste, ob ich es weiter schaffen würde, ihnen das Heim in denen sie sich so lange Zeit geborgen und wohlfühlen konnten, weiterhin erhalten könnte.

So waren auch die Nächte nicht erholsam, da ich mich oft schweißgebadet in schweren Träumen wälzte, die mir nichts Gutes zeigten.

Angst ! Das ist ein Wort, das ich nicht in diesem Ausmaß kannte.

Aber nun hatte ich Angst, dass alles, was nun schon fast ein Jahrzehnt Bestand hat, verloren gehen könnte.

Anstatt mich zu wehren, zu melden, zu schreien , Internetaufrufe ins Leben zu rufen, oder überhaupt auf meine Situation aufmerksam zu machen, resignierte ich.

Mein Gehen wurde zum Schleichen, meine Augen sahen nur noch das Negative, meine Energie reichte nur noch zum Denken vom einen auf den nächsten Tag….

Ich mochte nicht kämpfen um die, die uns nun nicht mehr helfen wollten, ich kam mir klein und verloren  vor,  und ich konnte mich zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr an der Natur erfreuen. Ich selbst wusste sehr genau, dass ich mir nichts hatte zuschulden kommen lassen, ich wusste auch, dass ich dies beweisen und belegen könnte, aber ich war blockiert und enttäuscht und einfach nur noch müde….

So machte ich eine Liste der Tiere, die bei uns leben und ich wollte versuchen, unseren Tierbestand an andere Vereine abzugeben. Ich wollte das Haus verkaufen, irgendwo mein Leben in Ruhe zu Ende bringen und einfach für nichts mehr verantwortlich sein.

Immer wenn ich diese Liste in den Händen hielt und ich mir die Tiere ansah, die ich aus ihrer Welt herausreissen würde, immer wenn mich ein halb schlaftrunkener Blick aus den geliebten Hundeaugen traf, wusste ich, dass dies nicht der Schlüssel sein könnte, und der Schmerz darüber, dass ich nicht mehr für den Bestand sorgen konnte, um sie – die ja für alles nichts können - , weiterhin so zu versorgen, wie es ihnen zusteht, traf mich hart. 

Wir selbst, Michael und ich, haben unser Leben den Tieren gewidmet. Was dies im Alltag für uns bedeutet, muß ich nicht extra beschreiben. Bisher hat uns unsere Liebe zu den Tieren und die Freude, Gutes zu tun,  über viele Hürden und manches Leid getragen.

Wenn aber die Verzweiflung einem nicht mehr schlafen läßt und die Sorgen zu groß werden, wenn die Angst alles zu verlieren, wie ein Kloß im Hals sitzt und das unbeschwerte Schaffen nur noch von Überlegungen bestimmt wird, wie man wo noch mehr einsparen könnte um überleben zu können, dann mußten auch wir langsam begreifen, dass es vielleicht besser sein würde einen Schlußstrich zu ziehen, als daran zu Grunde zu gehen, dass wir die Last der Verantwortung nicht mehr tragen können.

Irgendwann konnte ich dann weinen, und ich glaube dass auch in Tränen eine Kraft innewohnt, die einem zu neuer Energie verhelfen…

Ich beschloss, zu kämpfen.

Dafür gehörte ( dafür bin ich zu sehr Frau ) ein völlig anderes Aussehen. Was andere Frauen nur machen, wenn sie eine neue Liebe gefunden haben , machte ich aus der Situation heraus, mich ganz unten zu befinden, sozusagen am Ende der Talsohle.

So wurden meine einst schwarzen Haare nun blond gefärbt, und ab und zu tat ich mir sogar den Griff zur Zigarette wieder an.

Ich sah mich nun als, blond, blöd und ab und an rauchend, und irgendwie war das Leben dadurch leichter. Immerhin war ich nicht mehr die alte Marion, die Vergangenheit lag hinter mir und ich war bereit, neu zu beginnen.( Hoffentlich ist kein Psychologe unter den Lesern, sonst werde ich vielleicht in die nächste Klappse eingeliefert ! ).

Irgendwann kam überraschend eine Mail von einem Freund aus der Schweiz, mit dem ich mich eigentlich überworfen hatte. Irgendjemand gab mir die Kraft, zurück zu schreiben.

Auf die Frage, wie es geht, konnte ich plötzlich antworten UND: Ich sagte schonungslos die Wahrheit.

Was danach folgte war ein Traum, aus dem ich bis heute noch nicht aufgewacht bin.

Außer finanzieller Hilfe für dringend notwendige Dinge, steht nun seit 4 Tagen ein Auto auf dem Berg, mit dem ich keine lebensgefährlichen – halsbrecherischen Fahrten mehr vor mir habe, sondern das einfach zuverlässig seinen Dienst tut.

Ich erkannte, dass ich den Menschen sagen musste, wie es um uns steht. Ich musste dazu stehen, dass der Abgund greifbar war und immer, wenn ich fragte, dann wurde mir auch geholfen. Nur das Fragen, war mir bisher sehr schwer gefallen.

So bekamen wir auch außer der Anleihe fürs Auto und anderer notwendigen Dinge von Roger und Brigitt, auch spontan und hilfsbereit Anleihen von Andrea W., Anja K. , Inge F. und Bernd K.

Alles zusammen ist dies eine hohe Summe, die ich versprochen habe, zurückzubezahlen, wenn es uns wieder besser geht. Ein Teil des Geldes musste die Rechtsanwaltskosten decken die entstanden sind, und die auch noch entstehen werden. Der andere Teil wurde zum Überleben gebraucht.

Ich bin sehr dankbar darüber, dass uns diese Menschen so schnell geholfen haben und das Vertrauen in uns setzen, dass es uns gelingen wird unsere Schulden zurückzubezahlen.

Irgendwann trat dann meine liebe Freja auf den Plan, der ich mich auch wenn es nicht leicht fiel, anvertrauen durfte.

So resolut und hilfsbereit, wie sie nunmal ist, besorgte sie einen ganzen Bus voll Hunde- und Katzenfutter, Kleider, Schuhe, Geschirr und vieles Brauchbare mehr.

Auch nach ihrem Besuch konnte ich wieder weinen. Aber diesmal waren es Freudentränen.

Franca aus der Schweiz trägt unermüdlich ebenfalls dazu bei , dass immer wieder Geld zum Futterkauf  bereitgestellt wird. Sie selbst hat durch ihren Jobwechsel nur wenig Kapazitäten frei und dennoch betreut sie nach wie vor die Tierpaten in der Schweiz und wurde in meiner kommunikationslosen Zeit auch zum Sprachrohr für mich, um meine Situation rings um den Gnadenhof weiter zugeben.

Auch Claudine aus Basel, die durch die Pflege ihrer Mutter und ihre persönlichen Umstände sehr angespannt ist, versucht immer noch mit Erfolg die Menschen, die Tierpatenschaften bei uns haben, weiterhin über diese Schicksale zu informieren. 

Familie K. aus Karlsruhe, die ich eigentlich nur versehentlich angerufen hatte , da ich mich längst dort in Ungnade wähnte ( manchmal geht das Schicksal seinen eigenen Weg ), spendete eine neue Waschmaschine und hilft uns auch sonst , wo es geht.

Familie H. aus Weingarten zögerte nicht lange, und half uns mit einer Spende als ich kein Futter kaufen konnte.

Engel besonderer Art sind Petra und ihre Schwester Annette. Bei ihrem letzten Besuch brachten sie nicht nur Allerlei für Mensch und Tier, sie verhalfen auch unserer Klea, die nun schon 4 Jahre bie uns lebte,  zu einem neuen Platz in Karlsruhe, wo sich die Hündin sehr wohl fühlt. Den gemeinsamen Spaziergang auf unserer Hundewiese genossen wir zusammen mit vielen unserer Vierbeinern.
Vor allem meine liebe Petra ist immer für uns da und hat ein offenes Ohr für all unsere großen und kleinen Sorgen. Mit viel Engagement und der Liebe zu den Tieren, macht sie so manches Machbar, was wir alleine nicht hinbekommen würden. 

Barbara G. läßt uns immer wieder sehr schöne Sachen, vom Sessel bis zum Katzenkratzbaum und nicht zu vergessen, zu wunderbaren Bekleidungsgegenständen kommen.

Klaus aus Kaiserslautern kam rechtzeitig, um bei der diesjährigen Holzabladeaktion zu helfen, und auch in der Woche, in der er hier war, war für das Wohl der Tiere gesorgt.

Mein Sohn Andreas und die Familie seiner Freundin aus Frankenthal denken immer, wenn irgendetwas „ tierbrauchbar „ erscheint an uns, und so kommen immer wieder viele schöne Sachen, die wir auf den Winter dringend brauchen können, sobald eine Fahrgelegenheit besteht, bei uns an.

Auch Elisabeth H.  die noch immer um den Verlust ihres Katers weint, hält treu zu uns, so wie viele Menschen, die die Tiere bei uns erleben konnten und sie nicht vergessen haben.

Als ob sie es geahnt hätten, haben Susanne und Eric und schon im August alles was wärmt und gut tut,  auf den Berg gebracht.

Gestern hat es zum ersten Mal geschneit , und wir rücken nun wieder enger zusammen.

Helga hat schon wieder acht Säcke mit Bettwäsche und Handtüchern, fein säuberlich gewaschen, bereitgestellt und wartet nur auf die Abholung.

Karin aus Karlsruhe sammelt im Moment Futter für uns , sie kam ganz alleine mit dem Wunsch , helfen zu wollen.

Nicht zu vergessen unsere vielen psychologischen Helfer die außer finanzieller Hilfe auch immer wieder genau herausspüren, wie es mir geht und nicht lockerlassen, bis ich alles, was mich bedrückt, erzählt habe. Danke Lotte, Ingeborg und Margarete!

Meine Dankbarkeit gilt selbstverständlich auch all unseren Mitgliedern, die weiterhin zu uns gestanden sind und die den monatlichen Abbuchungen nicht widersprochen haben, um uns über die schwerste Hürde zu begleiten, die es in der Geschichte des Gnadenhofs gegeben hat.

Noch sind wir nicht über  diese Hürde hinaus. Aber es gibt Lichtblicke.

Manchmal viele kleine, manchmal große.

Von ganzem Herzen Danke an alle, die uns geholfen haben und weiterhin helfen !!!!

Ich wünsche mir so sehr, dass wir unseren Tierbestand weiter versorgen können. Denn wo sollte man sie denn hingeben ?

Hier nur ein paar von denen, die nun schon lange Zeit von uns betreut werden und die hier ein bisschen Glück kennen erleben durften um so zu lernen,  die oft großen seelischen Schäden überwinden zu können.

UNSERE SCHEUEN:

 

Babalou in Ehren hier ergraut , und inzwischen 11 Jahre alt. Sie läßt sich immer noch nicht anfassen und auch schlecht fotografieren, hat aber Vertrauen entwickelt.

Oliver, der ein Schattendasein führt und nur morgens mit dem Rudel zusammen das Haus verlässt, fühlt sich in einer eigens für ihn gebauten Höhle wohl,.

 

Mäusle ( Melissa ) und die „ Flitzige „,( Doriana ) einst Höhlenhunde aus Griechenland, leben nun schon seit 4 Jahren in den Vogesen und sind uns gegenüber inzwischen offen und liebevoll,

sind aber verschwunden, sobald ein fremder Mensch unser Haus betritt.

    

Lolita, ebenfalls einst scheuer Höhlenhund ist bis heute tagsüber nur selten zu sehen, kommt aber jede Nacht in mein Bett.

Maldiva hat gute Fortschritte gemacht, ist seit 2 Jahren nun hier und läßt sich inzwischen  von uns streicheln.

 

Kooki, eine von vier sehr scheuen „ Wölfen „, die aber nun den Sprung ins Hausrudel geschafft hat und gelernt hat, mit Katzen zu leben.

Unsere Bollerköpfe,

 

Boubou und Serena, zwar bildhübsch aber mit leicht agressivem Potential, ebenso wie Zsa-Zsa, die Knoddertante aus Tschechien, und Indira, hier mit dem leishmaniosekranken Alexander:      

                             

Die ebenfalls leishmaniosekranke Reina, die beiden  Blinden,  Lobo und Toni, die zusätzlich noch 31 Schrotkugeln im Körper hat –  Toni ist  nun 12 Jahre alt und seit 11 Jahren bei uns.

 

            

Sowie Dinora, die unter Staupespätschäden leidende Husky-Mixhündin.

Weiterhin leben Hunde bei uns, die nur noch einige Monate oder wenige Jahre zu leben haben, und Tiere die charakterliche Mängel haben und deshalb unvermittelbar sind oder von ihren bisherigen Plätzen wieder zurückkamen, weil sich das Leben „ ihrer „ Menschen verändert hat und man in diesem neuen Leben keinen Platz mehr für das Tier hatte.

Neben den Hunden wohnen hier auch weit mehr scheue Katzen, als wir eigentlich wollten. Sie sind nach und nach zugewandert, haben den Gnadenhof über uns unbekannte  Wege und verschlungene Pfade gefunden und erwarten von uns, dass regelmäßig ein gefüllter Futternapf an geheimen Plätzen steht, um überleben zu können. Im Moment können wir nicht wie bisher, die erforderlichen Kastrationen durchführen. Was dies zur Folge hat, muß ich nicht extra betonen.

Zusätzlich zu den fünf Gnadenbrotpferden und ebenfalls fünf Gnadenbrotkühen leben seit vielen Jahren mehrere ausrangierte Hängebauchschweine hier, die frei umherlaufen dürfen und von den Hunden akzeptiert werden.

BITTE HELFEN SIE DEN TIEREN !!

Die Arche e.V.  Kto.Nr. 555 40004    BLZ  661 901 00